Donnerstag, 23. April 2020

🏡 VerĂ€ndertes Leben - Tag 39

Heute mal ein etwas anderer Post - ich mache mir Gedanken, was sich in meinem Leben und bei uns seit dem Ausbruch des Coronavirus verÀnderte.

Blesshuhn-Nest in Weggis

Natur

Zum GlĂŒck ist das Wetter momentan sonnig, denn so lĂ€sst sich diese spezielle Zeit besser durchstehen. Dadurch, dass weniger Autos verkehren, höre ich die Vögel bewusster pfeifen und sie zwitschern eigentlich den ganzen Tag von den BĂ€umen und vom Dach. Zwischendurch rasten sie bei uns auf den Balkon, baden sich in der Erde des Blumentrogs, picken irgendetwas und fliegen wieder davon.

Es blĂŒht rundum und der FrĂŒhling hielt Einzug. An geschĂŒtzten Stellen blĂŒhen bereits die Maiglöckchen und in meinem Naturgarten werden nĂ€chstens die IrisblĂŒten aufgehen. Seit Wochen scheint die Sonne fast tĂ€glich und es fĂ€llt kaum Regen. Auf dem Genussbalkon muss ich die Topfpflanzen giessen, aber im Staudengarten und Naturgarten verzichte ich konsequent darauf. Die Pflanzen werden sich gewöhnen, oder es gibt in einigen Jahren dort nur noch diejenigen, die auch mit wenig Wasser auskommen.

Blesshuhnest in Weggis

Familie

Wir vier verbringen sehr viel Zeit auf relativ wenig Raum zusammen. Bis jetzt lĂ€uft das recht gut, worĂŒber ich sehr froh bin. Das prĂ€chtige Wetter beschert uns auch ein Zimmer mehr, den Balkon.

Durch das zeitweise Homeoffice und die Telefonkonferenzen meines lieben Ehemannes kenne ich die Stimmen seiner Arbeitskollegen und kann sie ihren Namen zuordnen.

Meine Eltern, die erweiterte Familie und Freunde vermisse ich sehr. Diese Situation kann ich momentan nicht Ă€ndern und deshalb bringt es mir nichts, mich darĂŒber aufzuregen. Also telefoniere ich öfters oder schreibe Postkarten oder tĂ€tige einen Videochat oder schreibe Whatsapp-Nachrichten. Das hilft etwas ĂŒber den fehlenden persönlichen Kontakt hinweg.

Entennest in Weggis

Fernunterricht

Die Teenager haben tÀglich zu Stundenplanzeiten Fernunterricht und das lÀuft sehr gut. Die LehrkrÀfte gestalten das Programm meist abwechslungsreich und teilweise mit grossem Aufwand verbunden.

Seit kurzem erhalten sie in den aufbauenden FĂ€chern zusĂ€tzlich Hausaufgaben und im Sport wöchentlich zwei Aufgaben. Diese Woche war es ein Hindernisparcours mit dem Thema „unten ist Lava“ und er sollte 15 Stationen lang sein. Den von den Jugendlichen aufgestellten Parcours habe ich ebenfalls durchgespielt, getraute mich jedoch nicht ĂŒber die aufgestellte Bockleiter. Ansonsten war der Hindernisparcours sehr amĂŒsant und wir hatten viel Spass.

Entennest in Weggis

Arbeitsstelle

Anfangs hatte ich bei der Arbeit mehr zu tun, es galt Bewilligungen fĂŒr AnlĂ€sse und Veranstaltungen einzuholen. Inzwischen werden diese verschoben, oder abgesagt und fĂŒr einige AnlĂ€sse haben wir neue Ideen aufgegleist oder ganz andere Lösungen gesucht und gefunden. Dies war mit viel zusĂ€tzlichem Aufwand verbunden, aber es war lehrreich und interessant. Zudem nahm der Erfolg stetig zu und das war motivierend. Inzwischen wird das Neue bald Routine sein und ich habe mich auch im Home-Office gut eingerichtet.

Entennest in Weggis

Ferien

Unsere Winterferien konnten wir noch in vollen ZĂŒgen geniessen und fĂŒr dieses Jahr haben wir keinen weiteren Urlaub geplant. Die nĂ€chsten beiden Wochen geniessen die Teenager FrĂŒhlingsferien und wir Erwachsenen haben ebenfalls (teilweise) Ferien.

Vom Bundesrat geplant ist, dass nach diesen FrĂŒhlingsferien, also ab 11. Mai die obligatorische Schule wieder startet. Hier bin ich gespannt, wie die Schule der Jugendlichen dies handhaben wird.

Erinnern wir uns, nach den Winterferien mussten die Teenager fĂŒr eine einzige Woche die Schulbank drĂŒcken, dies fand ich sehr unglĂŒcklich, weil viele aus den Skiferien - von wo auch immer - zurĂŒckkamen, eine Woche die Schule besuchten und bereits am Freitag, 13. MĂ€rz die Schulen geschlossen wurden (der Schulschluss war voraussehbar). FĂŒr diese Schulwoche gaben wir den Jugendlichen Desinfektionsmittel mit, denn es war nicht möglich, öfters ein Lavabo (sowieso nur mit Kaltwasser) aufzusuchen und die HĂ€nde grĂŒndlich zu waschen. Übrigens, Masken tragen in der Schule war verboten. Falls sie mit Masken aufgetaucht wĂ€ren, wĂ€ren sie nach Hause geschickt worden und hĂ€tten eine unentschuldigte Absenz erhalten.

Entennest in Weggis

Hobbys

Meinem Hobby bloggen und fotografieren kann ich nach wie vor frönen und es bereitet viel Spass. Ebenfalls verbringe ich viel Zeit im Staudengarten und kann beobachten was hier stetig wÀchst. Im Naturgarten bin ich seltener, die kleine Parzelle liegt direkt am Weg zu den anderen GÀrten und viele bleiben stehen zum Plaudern oder sich die Pflanzen aus der NÀhe anzusehen und ich kann dort nicht ausweichen.

Entennest in Weggis

Einkaufen

Ob meine Freundin an Corona erkrankte oder nicht weiss man immer noch nicht, denn es gab und gibt keinen Test fĂŒr sie. Aus der Ferne kann ich nur sagen, dass ich sie noch nie so husten und nach Luft ringen hörte, wie wĂ€hrend ihrer Krankheit. Dieses Abhusten und nach Luft japsen möchte wirklich niemand und ich verhalte mich sehr vorsichtig. Übrigens war ich schon sehr vorsichtig vor ihrer Erkrankung, aber seitdem wird mein Verhalten eher verstanden.

Also ich tĂ€tige unsere EinkĂ€ufe online und freue mich auf die Lieferungen etwa alle zehn Tage. Die Artikel sind beim einen Lieferanten extrem viel teurer, aber wir geniessen dies bewusst und unterstĂŒtzen damit lokale Bio-Bauernbetriebe.

Wenn ich zwischendurch etwas benötige, berĂŒcksichtige ich den kleinen Dorfladen/KĂ€serei im Bezirkshauptort. Auch heute war ich um 7 Uhr dort einkaufen und es hatte keine Kunden. Ideal!

Entennest in Weggis
Diese Foto ist nicht von heute Morgen; ich habe sie letzte Woche nachmittags aufgenommen.

Schweiz

Ich bin etwas enttĂ€uscht von meinem Land. Die Schweiz war meines Erachtens schlecht auf die Pandemie vorbereitet, traf kaum Vorkehrungen und reagierte viel zu spĂ€t. Ich zahle fĂŒr unsere Familie hohe KrankenkassenprĂ€mien, aber dennoch zeigte sich, dass weder genĂŒgend Desinfektionsmittel noch genĂŒgend Tests, noch Schutzmasken vorhanden waren (und diese erst nachtrĂ€glich und teuer eingekauft werden mussten). - Als wir diese Artikel anfangs Jahr kauften, wurden wir im Laden belĂ€chelt (ho, ho gehts nach Wuhan) und im Umfeld ernteten wir UnverstĂ€ndnis.

Wir können uns nicht rĂŒhmen, dass wir zur Spitzengruppe (Infizierte pro 100‘000 Einwohner) gehören. Vor uns sind (Stand heute) einige kleine LĂ€nder sowie Spanien, Belgien, Irland und dann die Schweiz; wir stehen vor Italien, USA, Frankreich, Portugal, Niederlande, UK und Deutschland. Jeminee. Ah ja, am 25. MĂ€rz waren wir auf dieser Rangliste auf Platz 1 (ohne Zwergstaaten).

Fotos

Die Bilder in diesem Post schoss ich heute Morgen, als ich schnell zur Arbeitsstelle fuhr, damit ich heute nur noch im Home-Office bleiben kann. Auf dem RĂŒckweg am Quai erblickte ich mitten in der Buch diese Entenfamilie und ihr Nest.

Ich wĂŒnsche dir einen frohen Nachmittag und bleibe gesund!

Liebe GrĂŒessli
Eda💚

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4 Kommentare:

  1. Hallo liebe Eda,

    welch ein hĂŒbsches HĂ€uschen dort am See, da mag man schon auch gerne wohnen. Toll, wie Ihr Eurer Daheim bleiben organisiert habt. Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich weiterhin jeden Tag zur Arbeit gehen kann, Home-Office wĂ€re nicht möglich. Das Einkaufen nervt schon und ab Montag dann nur noch mit Maske wird auch sicher nicht angenehmer zumal viele Leute ĂŒberhaupt nicht wissen, wie sie die Maske richtig handhaben mĂŒssen. Ich halte Abstand halten immer noch fĂŒr die bessere Lösung.

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Burgi

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  2. Hallo liebe Eda,
    ich lese jeden Tag bei dir und finde es schön, wir ihr euch organisiert und das alles so gut funktioniert. Es ist sicher nicht einfach, plötzlich den ganzen Tag mit allen Familienmitgliedern im Haus zu sein.
    Passt weiterhin auf euch auf und bleibt gesund.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Tina

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  3. Liebe Eda,
    da wird mit Köpfchen gearbeitet, das muß sicher so sein wenn 4 Menschen so lange so eng miteinander leben mĂŒssen, toll meistert ihr das. Ich glaube wir alle sehen uns nach NormalitĂ€t, aber wann wird das sein? Da wir auf dem Land wohnen fĂŒhlen wir uns nicht eingeengt, ich mache jeden Tag meine Radtour, selbstverstĂ€ndlich begegnet man dort Menschen, aber mit Abstand und Anstand.
    Ich wĂŒnsche euch ein schönes Wochenende,
    fiffige Ideen und bleibt gesund
    Edith

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  4. Ich erfreue mich immer wieder an Deinen BeitrĂ€gen. Hole mir oft dabei einen Sonnenstrahl fĂŒr die Seele und bin gespannt, wie es bei Euch und bei uns mal mit dem Virus und allem Drumherum weitergeht. Aber Natur und Familie - das sind Dinge, die viele Menschen nicht haben in dieser Coronazeit.

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Dank:
Vielen herzlichen Dank, dass du dir Zeit zum Lesen genommen hast und besten Dank fĂŒr deinen gefreuten Kommentar!
Eda💚