Montag, 7. September 2026

Genussbalkon 2.0 - 17 Töpfe und ein Plan

Auf unserem Genussbalkon stehen seit 1992 drei grosse Blumenkisten. Daneben standen unzählige Tontöpfe herum mit verschiedenen Obstpflanzen, die dem Balkon seinen Namen gaben. Inzwischen sind die Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren und Kiwis auf und davon. Übrig sind immer noch die Reben und die Johannisbeersträucher in sechs Tontöpfen.

Blumentopf mit Gras und Lampionblümchen


Weshalb
Die drei grossen Eternitkisten sind unheimlich schwer und können nicht verschoben werden. Die Reben haben zwar zwischen den Pfosten eine Klettergelegenheit, aber sie verkürzen so auch den Platz auf dem Balkon.

Kurz: So wie bisher geht es nicht mehr. Das war der Start in mein aktuelles Projekt Genussbalkon 2.0. Hier eine Panoramaaufnahme von vorher:

Vorher Foto


Weniger Gewicht, weniger Giessen
Der Genussbalkon hat uns in den letzten Jahren zwar zuverlässig mit Kräutern und Früchten versorgt. Aber gerade der heisse Sommer hat gezeigt, wo die Schwachstellen liegen. Die bisherigen Tontöpfe sahen zwar viele Jahre schön aus, inzwischen blättert jedoch rundum Ton ab und einige Töpfe haben auch Risse. Zudem verdunstet durch den Ton erstaunlich viel Feuchtigkeit. Bei diesen Temperaturen bedeutete das vor allem eines: giessen, giessen und nochmals giessen.

Für die neue Gestaltung war deshalb schnell klar, dass die neuen Töpfe aus Kunststoff sein sollen. Sie sind leichter und halten die Feuchtigkeit besser. Zudem sollten die neuen Pflanzentöpfe auf Rädern sein, damit sie verschoben werden können und ich darunter auch mal reinigen könnte, falls nötig.

Handbohrmaschine Löcher durchbohren

Mit einem Messer die Graten entfernen


17 runde Töpfe
Mein Entschluss stand fest. Die drei grossen alten Eternit-Kisten (ob sie Asbest enthalten wird dann bei der Entsorgung geklärt) werden entsorgt und auch die sechs bisherigen Tontöpfe kommen weg.

Ich habe mich für eine klare, symmetrische Aufteilung entschieden: In jede der vier Balkonecken kommen drei Töpfe: ein grosser (43 Liter), ein mittlerer (30 Liter) und ein kleiner (23 Liter) Topf. Dazu kommen fünf Töpfe vorne am Geländer und das macht zusammen 17 Töpfe und das benötigt einen Plan.

Natürlich sollen die neuen Töpfe nicht einfach irgendwie bepflanzt werden. Die eigentliche Herausforderung kommt jetzt: Welche Pflanze kommt wohin? Und vor allem: Wer verträgt sich mit wem? Bei mir gibt es so Platzhirsche, die andere rücksichtslos verdrängen.

Das Ziel ist, dass alle Pflanzen erhalten bleiben und nichts dazugekauft werden muss. Das vorhandene Grün stelle ich neu zusammen und gebe ihm einen besseren Platz.

Linke Balkonseite mit den neuen Blumentöpfen, noch leer

Rechte Balkonseite mit den neuen Blumentöpfen, noch leer


Die etwas grössere Einkaufstour
Ich wünschte, dass der Balkon mit einheitlichen Töpfen bestückt wird, die unterschiedlich gross sind und rollen können. Das Suchen nach dem Passenden zog sich über Wochen und plötzlich wurde ich fündig. Das ging dann aber nicht so schnell, denn 17 Töpfe kaufen sich nicht auf einmal.

Bei mir sah das eher so aus: Abends nach der Arbeit in den Laden fahren, Töpfe auswählen, einige mitnehmen, nach Hause fahren, ausladen und dann kamen die Familienmitglieder zum Einsatz und durften die Töpfe auf den Balkon tragen. Am nächsten Abend das Ganze wieder von vorne. Und nochmals. Das war also Montag-, Dienstag- und Mittwochabend von letzter Woche.

Neben den Töpfen wanderten auch gleich Blähton, Rollen und Vlies in den Einkaufswagen. Denn die neuen Töpfe sollten natürlich nicht nur schön aussehen, sondern den Pflanzen auch einen guten Start bieten.

Kübel mit dem Vlies bis unter den Rand


Dann ging es los
Letzte Woche wurde aus dem Plan endlich Realität. Die Löcher für die Entwässerung waren bei den neuen Töpfen bereits vorgebohrt. Sie mussten nur noch ganz durchgebohrt werden. Also Hand-Bohrmaschine rausnehmen, Löcher bohren und Grate entfernen. Das war dann am Donnerstag- und Freitagabend mein Programm.

Danach begann das eigentliche Einschichten. Zuerst kommen Tonscherben über die Abzugslöcher, danach eine Schicht Blähton. Darauf folgt das Vlies, das ich gleich bis nach oben unter den Rand zog, damit sich Erde und Drainageschicht nicht vermischen. Rund um den Wurzelballen füllte ich dann mit Komposterde auf.

Tonscherben machen mit Hammer

2 Fertige Kübel und 2 noch leere


Die ersten Töpfe sind fertig
Am letzten Wochenende zogen dann die ersten Pflanzen um. Beim Umtopfen kürzte ich die Wurzeln und auch das Grün und wässerte die Pflanzen grosszügig. Der Anfang ist gemacht und ich freue mich so darüber.

Genussbalkom am Abend, inmitten der Arbeiten

Neu eingeschichtete Balkontöpfe


Fortsetzung folgt
Wer bekommt welchen Platz und wer mit wem zusammen einen Topf teilt, das erfahrt ihr im nächsten Teil. Es soll ein praktischer und pflegeleichter Genussbalkon 2.0 werden.

Kennt ihr schon meinen Post über "auf den Spuren des Küssnachter Dorfbachs"?

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag.

Liebe Grüessli
Edith💚

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